PIVKA - Primorsko-Notranjska - Slowenien

 

Die slowenische Gemeinde  Pivka  liegt im Südwesten von Slowenien, das 1991 nach der Auflösung von Jugoslawien ein eigenständiger Staat wurde.

Der Ort liegt in einer reizvollen Karst-Landschaft mit vielen bekannten Höhlen in der Region Primorsko-Notranjska ( Küstenland – Innerkrain )

 

 

Die kürzeste Entfernung von Pivka  zum Mittelmeer nach Triest/Italien beträgt  45 km, nach Koper  an der Adria ca. 57 km,  zur Grenze im Süden nach Kroatien ca. 33 km und zur Hauptstadt Ljubliana  ca. 60 km

Pivka wurde  früher nach der Pfarrkirche St. Peter  als  „St. Peter in Krain“  bezeichnet und im Jahre 1300 erstmals in einer Urkunde des Patriarchen von Aquileia erwähnt.

1952 erfolgte die Umbenennung in Pivka  nach dem benachbarten Flüsschen. 

 

Im Wappen der Gemeinde ist der Volksheld Martin Krpan ( der slowenische Robin Hood )  mit einer Doppelaxt und einer Keule dargestellt, er reitet auf einer roten Stute über einen grünen Hügel.

 

Pivka liegt als Knotenpunkt an der Bahnstrecke Wien - Ljubljana - Triest, die 1857 eröffnet wurde, von hier zweigt die Strecke ins kroatische Rijeka ab (1877 gebaut ).

 

 

 

Der gleichnamige Fluss  Pivka fliesst östlich am Ort Pivka vorbei, nimmt gegen Norden mehrere andere Bäche auf und verschwindet in eindrucksvoller Weise bei Postojna in den Höhlen von Postojna  (Regionale Sehenswürdigkeit).

Die Gemeinde Pivka umfasst  220 qkm Fläche,  hat 6100 Einwohner, die sich auf 29 Ortschaften und Filialorte verteilen. Der Ort Pivka selbst wird von ca. 2100 Menschen bewohnt, in den anderen Orten leben zwischen 9 und 350 Personen.

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten / Kinderhort  für 150 Kinder,  2 Grundschulen,  eine in Pivka und eine in Kosana,  weiterführende Schulen befinden sich im 10 km entfernten Postojna.  Pivka ist auch am Altenheim in Postojna beteiligt.  Auf dem Bild ist  Pivka  mit der Kirche  St. Peter  zu sehen.

 

 

In Pivka sind zahlreiche Vereine aktiv im sportlichen, kulturellen und sozialen Bereich.

Im Militärhistorischen Park sind Militärfahrzeuge, Waffen und Geräte  zu sehen, die von der slowenischen Armee aufgrund des Beitritts zur NATO nicht mehr benötigt werden und in einer alten Kaserne ausgestellt sind.< Neues Textfeld >>

Die Bewohner von Pivka lebten früher von Ackerbau, Schafzucht  und Forstwirtschaft, heute gibt es zusätzlich Obstanbau.

Die Forstwirtschaft entwickelte sich  zur holzverarbeitenden Industrie, zusätzlich wurde hier ein Geflügelzuchtbetrieb und ein Geflügelfleisch-Verarbeitungsbetrieb in einer leerstehenden Kaserne angesiedelt, der heute der zweitwichtigste  Arbeitgeber im Ort ist.

 

Entstehung der Partnerschaft

 

 

Vom Jugendtreffen zur Partnerschaft

 

 

Pfarrer Hermann Götz von der Pfarrei St. Josef in Weidach, einem Ortsteil von Durach, fuhr im Jahr 1972 mit einer Gruppe der Katholischen Landjugend nach Slowenien. Dort traf man zufällig mit einer Jugendgruppe aus Izola/Slowenien (damals noch Jugoslawien) zusammen.

Bei der Gruppe aus Izola war auch Ernest Margon, bei der Weidacher Gruppe Christoph Furch dabei. Man schloss Freundschaft und dies führte dazu, dass der Pfarrer von Izola bereits im darauffolgenden Jahr mit Jugendlichen zu einem Besuch in Weidach weilte. Ein weiteres Jahr darauf besuchte der Kaplan von Izola (Ciril) mit Jugendlichen die Freunde in Weidach. In den Folgejahren fanden noch mehrere Treffen statt und es entstanden sehr enge Freundschaften. Aufgrund dieser Freundschaften kam es auch dazu, dass ein weiterer, mit Ciril befreundeter slowenischer Priester (Bogomir) zweimal in der Pfarrei St. Josef in Weidach Urlaubsvertretung machte.

 

1991 wird Slowenien ein eigenständiger Staat und damit werden auch die freundschaftlichen Besuche zwischen Ernest Margon, der in der Zwischenzeit geheiratet hatte und nach Pivka gezogen war, und zwischen Christoph Furch wieder verstärkt.

 

In einem Brief bittet Ernest Margon im Jahr 1995 mit einer Gruppe Gemeindeabgeordneter nach Durach und Weidach kommen zu dürfen. Es sollte auch der Mädchenchor „Amadeus“ aus dem Gemeindebereich mitkommen. Natürlich ging es dieser ersten Besuchergruppe vor allem auch darum, Erfahrungen in der kommunalen Arbeit zu sammeln. Waren doch der demokratische Aufbau der Gemeinde und die Infrastruktur in den Gemeinden in dem jungen Staat noch lange nicht abgeschlossen. Der Besuch in Durach war in jeder Hinsicht ein Erfolg, vor allem die Mädchen des Chores waren die richtigen Botschafter des Landes, um hier die Bevölkerung aufmerksam zu machen.

 

Im Jahr darauf fand der Gegenbesuch einer ersten Duracher Gruppe in Pivka statt. Überaus herzlich war die Aufnahme, und das Interesse an den Gästen aus Deutschland war groß. Begeistert waren die Duracher auch von den landschaftlichen Schönheiten Sloweniens und der Region um Pivka. Seither finden in jährlichem Wechsel die Begegnungen mit meist 35 bis 40 Teilnehmern statt.

 

Der notwendige Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur, vor dem Hintergrund und dem Ziel möglichst bald als Mitglied in die EU aufgenommen zu werden, führte eine weitere größere Gruppe von Gemeinde- und Stadträten aus Pivka und Postojna nach Durach. Die Informationen und Gespräche mit Kommunalpolitikern waren für diesen Personenkreis überaus wichtig und die Berichterstattung eines mitgereisten Fernsehteams fand in Slowenien große Beachtung.

 

Der Kreis der Interessenten an den Begegnungen wurde in beiden Gemeinden immer größer. Man war der Meinung, dass diese Kontakte für beide Gemeinden eine große Bereicherung sind und dass man sich auch menschlich auf gleicher Wellenlänge fühle. So war es selbstverständlich, den Gedanken einer Partnerschaft ins Auge zu fassen. Nachdem in Durach die Organisation dieser Treffen bisher vom Pfarrgemeinderat Weidach und vom CSU-Ortsverband (Christoph Furch) durchgeführt wurde, sah man es als logisch an, im Falle einer Partnerschaft diese in den Partnerschaftsverein zu integrieren. In Pivka war das Interesse natürlich groß, wäre man doch eine der ersten  slowenischen Gemeinden, die sich mit einer Gemeinde in Deutschland verschwistert. Folglich gründete man in Pivka den Partnerschaftsverein MOST (= Brücke) und lud im Jahr 2000 anlässlich der 700- Jahrfeier der ersten Erwähnung des Ortes zur Unterzeichnung der Urkunde ein, die diese Partnerschaft besiegelte.

 

In der Zwischenzeit hatte auch der Partnerschaftsverein Durach der Gemeinde gegenüber den Wunsch geäußert, diese dritte Partnerschaft ebenfalls mitzutragen und die Schirmherrschaft zu übernehmen. Auch die Gemeinde Pivka trat offiziell an die Gemeinde Durach heran, die Partnerschaft zu ratifizieren. Der Gemeinderat stimmte einem entsprechenden Beschluss einstimmig zu.

 

Im Juli 2001 wurde im Rahmen der nächsten Begegnung in Durach in einer Feierstunde die Partnerschaft auch auf Duracher Seite offiziell begründet und die Urkunden unterzeichnet. Es waren schöne Tage, die wir mit 50 angereisten Gästen aus diesem Anlass gemeinsam verbrachten. Bereits im Mai hatten fünf Sportler den Besuch der Pivka-Gäste im Juli zur Unterzeichnung symbolisch angekündigt. Diese hatten in fünf Tagen als Läufer und Radfahrer die Strecke von Pivka nach Durach bewältigt.

 

Im Frühjahr 2003 stellten im Rahmen eines Weinfestes in Durach die Slowenen ihre Heimat mit Worten, Bildern, Musik und kulinarischen Genüssen einer großen Anzahl Duracher Bürgern vor. Der Reinerlös dieses Abends ging zu Gunsten der Renovierung einer alten Kirche im Gemeindegebiet Pivkas direkt nach dort. Diese Aktion wurde auch von der Bayerisch-Slowenischen Gesellschaft München mit unterstützt. Es war der Tag, an dem in Slowenien das Referendum zum Beitritt zur EU und NATO befürwortet wurde.

 

Diese Partnerschaft ist auf jeden Fall, vor allem auf Vereinsebene, noch ausbaufähig. Kontakte zwischen der Feuerwehr, zwischen Sportlern und Gesangsvereinen fanden bereits statt. Aber es gibt noch andere Gruppierungen, die diese Partnerschaft weiter beleben und weiter festigen können. 

 

Die beiden „Männer der ersten Stunde“, Christoph Furch und Ernest Margon, die seit 1972 Freunde sind, zeichnen heute in ihren Gemeinden für diese Partnerschaft verantwortlich.

 

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© Simon Schorer